Als Beratender Seelsorger oder Beratende Seelsorgerin stellen Sie im Dialog Wissen und methodische Ansätze zur Verfügung und regen durch eine entsprechende Gesprächshaltung zur Selbstreflexion sowie zur Problemlösung an.

Die Ausbildungskurse vermitteln die Fertigkeiten für einen strukturierten, zielorientierten Beratungsprozess: Problemverhalten und seine Hintergründe erfassen und beschreiben, Interventionsmöglichkeiten kennen, Zusammenhänge des Glaubenserlebens verstehen und Möglichkeiten zur Glaubensvertiefung aufzeigen.
Die abgeschlossene Ausbildung in Beratender Seelsorge wird mit dem “Diplom in Beratender Seelsorge” bescheinigt.

Die Ausbildung in Beratender Seelsorge richtet sich an: freiwillige sowie haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter/innen von Kirchen, Freikirchen oder in sozialen Berufen, die eine fundierte Ausbildung in der seelsorgerlichen Begleitung oder Beratung von Menschen suchen.
Interessierte, die nebenberuflich im Bereich Prävention und christlicher Lebensberatung tätig sein möchten.

Abgeschlossene Berufsausbildung, abgeschlossene Ausbildung in Begleitender Seelsorge oder eine vergleichbare Ausbildung, ein Aufnahmegespräch
mit Erstellung eines MMPI-2-Profils.

Anforderungen:
– Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und Lebensgeschichte.
– Fähigkeit zu konzeptionellem Denken.

Module

Das aktuelle Verhalten und Erleben erfassen und beschreiben ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die weitere Beratung. Das Seminar vertieft Kenntnisse der verschiedenen Lernformen, leitet zur Verhaltensbeobachtung an und zeigt Wege auf, wie gewünschte Veränderungen schrittweise angestrebt werden können. Mit Fallbeispielen und Übungen in Kleingruppen.
Viele Menschen leiden an Depressionen, Grübelgedanken, Zwängen und Ängsten. Entsprechend häufig sind Betroffene in einer beratenden Seelsorge anzutreffen. Das Seminar vermittelt Kenntnisse über die Dynamik dieser psychischen Zustände und gibt Hilfen für die Beratungsarbeit. Mit Fallbeispielen und Übungen in Kleingruppen.
Schwerpunkt dieses Seminars ist die ganzheitliche Diagnostik, die auch die Ressourcen eines Menschen sowie sein Umfeld mit einbezieht. Anhand von Fallbeispielen werden die diagnostischen Schritte, die Ressourcenfokussierung und eine entsprechende Beratungsplanung geübt. Weiter werden Grundlagen für die Ehe- und Familienberatung erarbeitet.
Das Seminar zeigt die Bedeutung des Lebensstils für die Lebensgestaltung, sensibilisiert für die Wirkungen von Beziehungs- und Familienstilen und vermittelt Vorgehensweisen, welche die Prägungen durch die eigene Biographie erkennen helfen. Übungen in Kleingruppen.
Das Seminar gibt Anregungen, wie biblische Theologie für das geistliche Alltagserleben relevant werden kann. Es vermittelt grundlegende biblische Aspekte für eine beratende Seelsorgearbeit, die sowohl mit den geschöpflichen Gegebenheiten als auch mit der geistlichen Realität eines Christen rechnet.
Schwerpunkt des Seminars ist die prozessorientierte Selbsterfahrung durch Begegnungen im Gruppengespräch. Ziel ist die Förderung von Selbst- und Fremdwahrnehmung und die Vertiefung der klientenzentrierten Gesprächsführung.
Beratende Seelsorger/innen sind durch Vermittlung von Informationen über Lebensthemen und entsprechender Schulungsangebote auch präventiv aktiv. Das Seminar gibt technische und didaktische Hilfen zur Durchführung von präventiven Veranstaltungen und fördert die soziale Kompetenz durch praktische Übungen.

Der Kurs vermittelt einen Einblick in vier wichtige Psychotherapiekonzepte (Tiefenpsychologie, Gestalttherapie, Personzentrierter Ansatz und Systemischer Ansatz) mit Fokus auf ihre Anthropologie, ihr Störungsverständnis (Psychopathologie) und ihr Therapieverständnis mit den wichtigsten Interventionsmethoden. Ebenso werden diese Strömungen geschichtlich kurz eingeordnet. Der personzentrierte Ansatz wird mit konkreten Übungen zusätzlich vertieft.
Im zweiten Teil werden die Kenntnisse über psychische Erkrankungen vertieft und das Erkennen der Chancen und Grenzen Beratender Seelsorge gefördert. Er thematisiert Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Fachärzten und klinischen Einrichtungen und gibt einen Überblick über rechtliche Aspekte einer Beratertätigkeit.

Weitere Ausbildungsbestandteile sind:

  • Selbststudium Pflichtlektüre (100LE)
  • Selbsterfahrung als Seminar (40LE) und Einzelgesprächen (10LE)
  • Ausbildungssupervision: Supervision in Gruppen (80LE) und Einzeln (20LE)