Am 6. Juni 2026 fand in Bern der bcb Netzwerktag mit anschliessender Diplomfeier statt– ein Tag voller wertvoller Impulse und Begegnungen mit anderen, die auch als Begleiter/innen oder Berater/innen unterwegs sind oder in der Ausbildung dorthin.
Am Morgen fand zuerst die Mitgliederversammlung des Vereins bcb Schweiz statt. Unsere Mitglieder verfolgten die aktuellen Entwicklungen beim bcb mit grossem Interesse und brachten ihre anhaltende Verbundenheit sowie ihre Sympathie für die Weiterentwicklung der bcb-Angebote zum Ausdruck.
Am Nachmittag konnten bei Kaffee und Kuchen Beziehungen aufgefrischt und ausgetauscht werden, wo ein «Gspänli» von einst heute steht und mit dem gewonnen Knowhow wirkt. Wer Interesse hatte, konnte an einem moderierten Erfahrungsaustausch zum Thema «Nähe und Distanz in der Beratung» teilnehmen, der von den Erfahrungen der einzelnen Berater/innen lebte: Voneinander für sich selber lernen. Die angeregte Runde bot Raum, im Austausch mit dem Gegenüber «blinde Flecken» wahrzunehmen oder Worte für undefinierte Gefühle zu finden.
Den Fachimpuls gestaltete Andrea Signer-Plüss. Sie sprach zum Thema „Freundschaft schliessen mit der Scham“ – ein inspirierendes Referat! Sie stellte sich auf zwei besondere Arten vor: zunächst anhand biografischer Eckdaten und anschliessend durch die prägenden Schlüsselmomente ihres Lebens. Sie praktizierte damit, was sie als Kultur der Verletzlichkeit im Referat beschrieb, denn sie zeigte sich authentisch mit ihrer eigenen verletzlichen Seite. Damit war das Publikum unmittelbar hineingenommen in die Aspekte «Verletzlichkeit und Scham» und konnte einen persönlichen Zugang zum Thema finden. Einmal mehr zeigte sich ein Lerneffekt: Was ich tue, redet deutlicher als die Worte allein. Die Feedbacks zeigten deutlich, dass die Teilnehmenden persönlich und auch als Beratungsperson viel mitgenommen haben.
Ein weiterer Höhepunkt war die Diplomfeier – ein freudiger Anlass: 15 Diplomandinnen wurden feierlich gewürdigt. Sie präsentierten die Leitsätze ihrer Beratungskonzepte und gaben damit Einblick in ihre intensive Arbeit. Es wurde sichtbar, mit wie viel Herzblut, Kreativität und Fachlichkeit jede einzelne Beraterin unterwegs ist. Die Andacht und die Segnung der Diplomandinnen stellte nochmals vor Augen, dass wir als Gesandte in unsere Beratungsaufgabe hineingehen dürfen, also solche die selbst getragen werden. Ein langjähriger Berater meinte, dass dies auch für ihn neu berührend war: eine Zusage, die Boden und Beauftragung gibt, die nicht aus ihm selbst kommt! Begleitet wurde die Feier durch die berührende Instrumentalmusik der Brüder Andrew und Kenneth Hofer an Piano und Sopransaxophon. Ein festlicher Apéro rundete den Tag perfekt ab!
Danke an alle, die diesen besonderen Tag mitgestaltet und bereichert haben!